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„Etwas mehr Himmel auf Erden“

Bischof_Krug_Kleve_2012„Wer den Himmel auf Erden sucht, hat im Erdkundeunterricht nicht aufgepaßt!“, zitierte Peter Krug. „Etwas mehr Himmel auf Erden“

wünschte sich der Bischof in Ruhe am 12. Januar 2012 beim EAK-Kreisverband Kleve dann aber doch – allerdings nicht als sicheren Ort, sondern als Leistung von Christen, die sich von Jesus anrühren lassen. Seinen Vortrag untertitelte Krug mit „Evangelisch-Ambitioniert-Konstruktiv“ – eine bemerkenswerte Umsetzung des Kürzels „EAK“!

Krug, der als Superintendent von Saarbrücken, Beauftragter der evangelischen Kirchen bei Landesregierung und -parlament in Düsseldorf, dann Bischof in Oldenburg und evangelischer Militärbischof Erfahrungen in unterschiedlichen Gegenden und Arbeitsbereichen machen konnte, entfaltete ein breites Spektrum an Denkanstößen zur christlichen Existenz heute im allgemeinen und dem evangelischen Selbstverständnis im besonderen: Wenn sich zwei von fünf Deutschen in religiöser Hinsicht als „unbekümmerte Alltagspragmatiker“ zeigten und die „Rückkehr des Religiösen“ den Islam und manche obskure Praxis einschließt, sieht Krug die Christen in besonderer Weise herausgefordert, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Dabei legt er Wert auf das besondere evangelische Profil wie auch auf ökumenische Aktivitäten in versöhnter Verschiedenheit: Nicht „Rückkehrökumene“, wie sie dem einen oder anderen Katholiken vorschweben mag, sondern Anerkennung des Partners in seiner Andersartigkeit als gleichwertig sei geboten, um der säkularen Umwelt in glaub-würdiger Weise durch evangelische wie auch katholische Christen die Aktualität der Botschaft Jesu zu vermitteln.

Auch in der Politik sieht Krug die Christen mit ihrem Zugang zum Leben gefordert: Gnadenlosigkeit im Umgang mit dem anderen mache die Demokratie kaputt. Christen sollten einander Fehler verzeihen können. Dazu verwahrte sich Krug mit Nachdruck gegen eine pervertierte Sprachpraxis: „Ich entschuldige mich“, höre er häufig Politiker sagen. Das aber geht nicht: Einen begangenen Fehler mag einem ein anderer verzeihen. Darum kann man aber nur den anderen bitten. Man kann sich aber nicht selbst von seiner Schuld befreien.

Wie ein Militärbischof weiß, stellt sich im Bereich des Militärs diese Problematik des Schuldig-Werdens in einer ganz besonderen Schärfe, stehen doch Soldaten für ihren Dienst tödliche Waffen zur Verfügung. Militärische Macht könne daher nicht ohne Gewissenskonflikte zum Einsatz kommen, wohl aber, wenn denn alle anderen Versuche zur Regelung eines schweren Konfliktes versagt hätten, mit einem „getrösteten Gewissen“.

Der lebhafte Vortrag, durch viele eingestreute Begebenheiten und Begegnungen anschaulich gemacht, bildete den zweiten Teil der Mitgliederversammlung des EAK, die mit der problemlos-einmütigen Neuwahl des Vorstands begonnen hatte. Dr. Wilhelm Flick wurde als Vorsitzender für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Michael Mühlenhoff und Marco Rumler rückten zu seinen Stellvertretern auf; dem 18-jährigen Pascal Janssen wurde das Amt des Schriftführers übertragen. Während die langjährig aktive Eva-Marlies Kötz dem Vorstand nunmehr neben Ingrid Meinert und Friedhelm Mühlenhoff als Beisitzerin angehört, hat Gründungsmitglied Peter Hohl nach dreißig Jahren seine Arbeit im Kreisvorstand beendet, gleichzeitig jedoch seine Bereitschaft bekundet, weiterhin auf Bezirksebene im EAK engagiert zu bleiben, worüber sich insbesondere auch der Bezirksvorsitzende, Prof. Dr. Jürgen Plöhn, sehr erfreut zeigte.

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