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Die 10 Gebote
1.)
Die Zehn Gebote sind fundamentale Gemeinsamkeit für Juden und Christen.
Es macht einen Unterschied, in welchen Zusammenhang man diese Gebote stellt:
° Entnehmen wir sie als apodiktische Sätze unserem jeweiligen Katechismus? – Dann gelten sie für uns als Glieder unserer jeweiligen Kirche – und für niemanden sonst.
° Nehmen wir sie in der für Christen besonders verschärften Fassung Jesu in der Bergpredigt wahr? – Dann gelten sie für Christen – alle Christen –, aber eben nicht für Juden – von Angehörigen anderer Religionen ganz zu schweigen.
° Oder lesen wir sie in den Büchern Exodus und Deuteronomium (also: 2. und 5. Buch Mose) im Alten Testament? Dabei macht es dann sogar einen Unterschied, ob wir die Gebote nach ihrer ersten oder der zweiten Fassung zur Kenntnis nehmen.
2.)
Es besteht ein kategorialer Unterschied zwischen Auslegung (Exegese) und Anwendung (Applikation).
- Nicht jede Erkenntnis der Exegese mag uns „gefallen“ – darum geht es aber auch nicht, denn Exegese dient der Erkenntnis objektiver Wahrheit.
- Nicht jede Erkenntnis der Exegese läßt sich auf heutige Situationen „anwenden“.
- Nicht jedes Bibelwort ist für uns heute zukunftsweisend.
Erweiterte Interpretationen einzelner oder aller Gebote mögen vom Glauben vertretbar sein. Eine brauchbare Wertebasis für eine religiös plurale Gesellschaft haben wir damit aber gerade nicht gewonnen. Denn eine solche Grundlage müßte eben „evident“ sein.
Wenn wir – unter Hinweis auf das Gebot, nicht willkürlich zu morden – Muslimen sagen: „Unser Gott ist ein Freund des Lebens!“ Und dann fragen: „Ist das Euer Gott auch?“, so ist das eine aktualisierende Interpretation. Aber es ist nicht Aussage über ein offensichtliches Wertefundament der Gesellschaft.
3.)
Im Neuen Testament gibt es zu den 10 Geboten zwei wesentliche Zusätze:
- Das Gebot der Nächstenliebe und
- die Goldene Regel.
Das deutsche Sprichwort formuliert die Goldene Regel negativ: „Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg auch keinem andern zu!“ Jesus hat sie nach der Überlieferung von Matthäus und Lukas positiv und damit anspruchsvoller formuliert: „Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“ (Matth. 7, 12 – Lk 6, 31).
Für das Alte wie für das Neue Testament besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Glaubensaussage und Geboten. Daher besteht eine Rückbindung an den eigenen Glauben. Deshalb kann eine Revitalisierung der 10 Gebote in unserer Gesellschaft sinnvollerweise nur gelingen, wenn sie aus ihrem Kontext heraus verstanden werden. Deshalb kommt es auf folgendes an:
- Wir müssen unseren Glauben bekennen.
- Wir können selbstbewußt auf die Wirkungen verweisen, die aus einem Leben im Glauben für die Gesellschaft hervorgehen.
- Wir sollten uns mit unseren eigenen Grundlagen beschäftigen und dadurch fähig werden – jeder an seinem Platz – auf Fragen selbständige Antworten zu formulieren, zumindest gegebene Antworten auf ihre Plausibilität hin prüfen zu können.
Die Zehn Gebote sind fundamentale Gemeinsamkeit für Juden und Christen.
Es macht einen Unterschied, in welchen Zusammenhang man diese Gebote stellt:
° Entnehmen wir sie als apodiktische Sätze unserem jeweiligen Katechismus? – Dann gelten sie für uns als Glieder unserer jeweiligen Kirche – und für niemanden sonst.
° Nehmen wir sie in der für Christen besonders verschärften Fassung Jesu in der Bergpredigt wahr? – Dann gelten sie für Christen – alle Christen –, aber eben nicht für Juden – von Angehörigen anderer Religionen ganz zu schweigen.
° Oder lesen wir sie in den Büchern Exodus und Deuteronomium (also: 2. und 5. Buch Mose) im Alten Testament? Dabei macht es dann sogar einen Unterschied, ob wir die Gebote nach ihrer ersten oder der zweiten Fassung zur Kenntnis nehmen.
2.)
Es besteht ein kategorialer Unterschied zwischen Auslegung (Exegese) und Anwendung (Applikation).
- Nicht jede Erkenntnis der Exegese mag uns „gefallen“ – darum geht es aber auch nicht, denn Exegese dient der Erkenntnis objektiver Wahrheit.
- Nicht jede Erkenntnis der Exegese läßt sich auf heutige Situationen „anwenden“.
- Nicht jedes Bibelwort ist für uns heute zukunftsweisend.
Erweiterte Interpretationen einzelner oder aller Gebote mögen vom Glauben vertretbar sein. Eine brauchbare Wertebasis für eine religiös plurale Gesellschaft haben wir damit aber gerade nicht gewonnen. Denn eine solche Grundlage müßte eben „evident“ sein.
Wenn wir – unter Hinweis auf das Gebot, nicht willkürlich zu morden – Muslimen sagen: „Unser Gott ist ein Freund des Lebens!“ Und dann fragen: „Ist das Euer Gott auch?“, so ist das eine aktualisierende Interpretation. Aber es ist nicht Aussage über ein offensichtliches Wertefundament der Gesellschaft.
3.)
Im Neuen Testament gibt es zu den 10 Geboten zwei wesentliche Zusätze:
- Das Gebot der Nächstenliebe und
- die Goldene Regel.
Das deutsche Sprichwort formuliert die Goldene Regel negativ: „Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg auch keinem andern zu!“ Jesus hat sie nach der Überlieferung von Matthäus und Lukas positiv und damit anspruchsvoller formuliert: „Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“ (Matth. 7, 12 – Lk 6, 31).
Für das Alte wie für das Neue Testament besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Glaubensaussage und Geboten. Daher besteht eine Rückbindung an den eigenen Glauben. Deshalb kann eine Revitalisierung der 10 Gebote in unserer Gesellschaft sinnvollerweise nur gelingen, wenn sie aus ihrem Kontext heraus verstanden werden. Deshalb kommt es auf folgendes an:
- Wir müssen unseren Glauben bekennen.
- Wir können selbstbewußt auf die Wirkungen verweisen, die aus einem Leben im Glauben für die Gesellschaft hervorgehen.
- Wir sollten uns mit unseren eigenen Grundlagen beschäftigen und dadurch fähig werden – jeder an seinem Platz – auf Fragen selbständige Antworten zu formulieren, zumindest gegebene Antworten auf ihre Plausibilität hin prüfen zu können.